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Home | Sammlung | Infos | Links | Impressum ==> Museum: ASR33 Teletype

Der ASR33 war zu früheren Zeiten das Standart Teletype für Computeranwendungen schlecht hin. Im Prinzip handelt es sich bei dem Gerät um einen Fernschreiber, jedoch nicht um einen gewöhnlichen. Der ASR33 verwendet nämlich nicht die übliche Baudot kodierung sondern normales ASCII - nur ohne Kleinbuchstaben. Bei einem richtigen Fernschreiber kann man mit einem Steuerzeichen von Groß auf Kleinbuchstaben umschalten. Das geht beim ASR33 nicht - dafür hat man aber den Comfort von ASCII und einen 8 Bit Lochstreifenleser/stanzer. Die Linienstromschnittstelle ist sehr modern, der Linienstrom fließt hier nicht direkt durch eine Zugmagnetspule sondern durch einen Shunt mit nachgeschaltetem Treiber, deswegen ist der Linienstromeingang beim ASR33 auch polarda-laptop-w3isiert. Die Tastatur ist ein simpler öffner und deshalb nicht polarisiert.




Der Druckkopf:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Das Druckwerk ist so ähnlich aufgebaut wie das der IBM Kugelkopfschreibmaschinen. Nur ist es hier keine Kugel sondern ein Zylinder der von einem Hammer gegen die Walze geschlagen wird. Und genau hier liegt ein wesentlicher Schwachpunkt des ASR33. Normalerweise ist der Hammer mit einem weichen Gummi gepolstert. Fehlt dieser Gummi oder ist dieser schadhaft, dann kann es sein das der Hammer den Zypenzylinder zerstört. Genau das ist bei diesem ASR33 mal passiert. Das Problem habe ich inzwischen mit einem Original-Ersatzteil gelöst.




Linienstrominterface:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Da der ASR33 von Hause aus ein Linienstrominterface und kein Spannungspegelgesteuertes RS232 Interface mitbringt musste ich mir einen passenden Konverter bauen. Und wo ich schon mal dabei war habe ich auch gleich noch eine Motor-Standby-Schaltung mit drauf gepackt. Der ganze Aufbau kommt ohne Mikrocontroller aus und ist auch sehr gutartig. Da das Motor-Standby logischerweise immer das erste Zeichen einer Übertragung verschluckt ist es manchmal etwas nervig. Hierfür habe ich bei mir einen Überbrückungsschalter mit eingebaut. Wird der ASR33 an einem PC betrieben muss man ein par Dinge beachten: USB zu Seriell converter funktionieren nicht da bei diesen die minimale Baudrate 300 Baud ist. Der ASR33 arbeitet mit 7 Bit Zeichenlänge. Empfangen funktioniert auch mit 8 da das letzte bit ignoriert wird, aber Senden funktioniert nur mit 7 Bit, ansonsten kommen auf dem PC völlig sinnlose (aber durchaus reproduzierbare) Daten an. Eine ausführliche Beschreibung mit allen Quelldateien kann hier heruntergeladen werden.




Der Lochstreifenleser:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Der Lochstreifenleser ist selbstverständlich mechanisch ausgeführt. Abgetastet wird, da es sich um ein 8-Bit Leser handelt mit 8 Metallstifeten. Das Band beseitzt eine spezielle perforierung in die ein Transportzahnrad greift und das Band so am Leser vorbei transportiert. Die Abtaststifte werden nur während des Abtastvorganges selbst ausgefahren und schleifen nicht etwa wie man es vermuten würde dauernd am Band vorbei. Auf diese Weise wird das Band geschont. Wärend des Transportes sind die Abtaststifte also eingefahren und nur während der Abtastung selbst, wenn das Band steht fahren sie heraus und tasten das Byte ab.




Der Lochstreifenstanzer:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Der Stanzer ist genau wie der Leser auch vollmechanisch. Der Stanzer bringt neben den eigentlichen Daten auch die Transportperforierung auf. Das Band besteht aus geöltem, gelben Papier. Die ausgestanzten Konfettis werden durch die durch den Moterlüfter verursachten Luftstrom in einen Sammelbehälter geblasen. Allerdings bleibt unschönerweise auch ein Teil der Konfettis in der Maschine hängen. Im übrigen ist es sehr lustig mit Leser und Stanzer eine Endlosschleife zu bauen, schaltet man Leser und Stanzer gleichzeitig ein und lässt das gerade perforierte Band in den Leser laufen wird das gelesene mit verzögerung wieder gestanzt und das Druckwerk durckt immer wieder und wieder das selbe aus.




Das Innenleben:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Im inneren des ASR33 findet man hauptsächlich mechanische Elemente vor. Die Seriellen Daten werden elektromechanisch encodiert. Außer einer Hand voll Transistoren findet man im ASR33 keinerlei höher integrierte Bauelemente vor. Das ganze macht einen sehr soliden Eindruck und hat als ich es wieder in Betrieb genommen habe sofort einwandfrei funktioniert. Im übrigen ist der Zustand dieser Maschine, bis auf den Typenzylinder sehr gut - was nicht selbstverständlich ist denn die ASR33 waren durch die dauernde Vewendung an Computeranlagen sehr großen Belastungen ausgesetzt. Übrigens: Die bei Unix üblichen Abkürzungen ttyS0, ttyS1 und neuerdings auch ttyUSB0 stammen von dem englischen Wort "TeleTYpe".









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