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Wie alt genau dieser Laptop ist, lässt sich nur schwer sagen. Laptops wie dieser waren zur damaligen Zeit nur für sehr reiche Geschäftsleute oder Firmen erschwinglich. Der LTE ist auffallend klein (DIN A4). Er beherbergt eine 20 MB Festplatte und hat sogar einen internen ACCU, den leider der Zahn der Zeit zerstört hat. Eine weitere Kuriosität des LTE ist, dass er seine Patentnummern im Accu-Fach auf einen kleinen Zettel gedruckt hat. Das Display ist in angenehmem Blau hintergrundbeleuchtet. Außerdem hat der LTE noch ein 1,44 MB Diskettenlaufwerk integriert, zur damaligen Zeit ein absolutes Novum.

Die Geschichte zu dem Compaq-LTE ist schon fast dramatisch. Zu der Zeit in der ich meinen Bonwell-B200 hatte, hatte ein Schulfreund von mir den Compaq-LTE. Ich kann mich noch gut dran erinnern wie wir beide auf dem Zimmer zusammensaßen und auf unseren DOS-Kisten rumklimperten. Gegen meinen B200 war der LTE schon ein richtiges High-Tech-Notebook. Festlatte, Hintergrundbeleuchtetes Display. Ein klasse Teil!

Nur wenige Tage später hat der besagte Schulfreund seinen LTE an eine Freundin verliehen. Irgendeiner ist dann wohl über das Kabel gestolpert und hat zwar nicht den Laptop aber das Netzteil in die Tiefe gerissen. Danach war das Netzteil defekt. Was heute kein Problem ist war damals schon ein Problem. Es bedeutete nämlich das der Laptop unbrauchbar war denn ein neues Netzteil konnten wir mit den damaligen Kenntnissen nicht bestellen geschweige denn basteln. Der LTE ging danach jedenfalls erstmal zu einem befreundeten Bastler der versuchte das Netzteil zu reparieren, was aber misslang. Irgendwann habe ich dann meinem Freund den Laptop abgekauft. Ich glaube für 150 oder sogar 200Mark. Ich versuchte mich auch an dem Netzteil. Na ja, es gab einen Blitz und einen ohrenbeteubenden Knall. Auf dem Notizblock unter dem Netzteil hatte sich Kupferdampf niedergeschlagen. Das Netzteil war nun endgültig nicht mehr zu retten. Also entschloss ich mich für einen Hack. Der Akku bestand aus 4 Zellen. So eine Zelle liefert, wenn sie gesund ist 1,2V. 4X1,2=4,8V. Ich schnitt den Stecker von meinem Commodore-Netzteil ab und frickelte die 5V vorne an die Akku-Kontakte. Und tatsächlich. Es funktionierte. Der Laptop erwachte aus seinem Dornrößchenschlaf. Na ja. Viel konnte ich mit dem Teil nun auch nicht mehr anfangen. Auf meinem Schreibtisch stand ja schon das 120Mhz Toshiba Laptop. Also wickelte ich den Laptop und das gefrickelte Netzteil in Handtücher und packte beides in meinen Kleiderschrank und da befindet es sich bis heute.

Der Laptop ist mittlerweile in einem bedauernswerten Zustand. Die Hintergrundbeleuchtung flackert und es richt nach Fisch - Kondensatoren müssten getauscht werden. Die Cmos-Batterie ist leer, deswegen ist der Zugriff auf die Platte (übrigens eine Propritäre Bauform) verstellt. Disketten nimmt er aus irgendeinem Grund nicht mehr an. Irgendwann werde ich vielleicht mal einen Wiederbelebungsversuch machen – oder auch nicht. Das wird sich zeigen.

Übrigens: Warum die Patentnummern so unzugänglich im Akkufach stehen habe ich inzwischen verstanden. Wenn man das Notebook öffnet sind sie ziemlich gut sichtbar. Die Nachricht richtet sich halt nicht an den Endverbraucher ;-)






(c)2000-2013 Philipp Maier, Hohen Neuendorf