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Diesen Macintosh II habe ich mal auf einer Auktion ersteigert. Eigentlich ist ein Macintosh II weder besonders selten, noch besonders spannend – eine ganz normale Grafikworkstation halt. Was diesen Computer für mich interessant gemacht hat ist der Monitor der mit dabei war.

Der Monitor ist ein Portrait-Monitor von der Firma Xerox. Portrait Monitore waren in der damaligen Zeit bei Apple-Computern durchaus hin und wieder anzutreffen. Die Idee dahinter war, eine ganze Schriftseite gleichzeitig darstellen zu können. Es gab Portrait-Monitore von diversen Herstellern. Der Xerox-Monitor, der bei meinem Mac dabei war hat einige sehr interessante Eigenschaften. Der Phosphor scheint eine besondere Mischung zu sein. Wenn man auf dem Bildschirm Objekte verschiebt dann bemerkt man ein gelbes Nachleuchten. Offenbar sind die gelblichen Anteile im Phosphor deutlich träger als der Rest. Ich gehe davon aus das man damit versucht hat einerseits einen schnell reagierenden Bildschirm zu realisieren, andererseits aber auf ein langes Nachleuchten und die damit verbundene Reduktion des Flimmerns nicht verzichten wollte. Das Ergebnis ist ein sehr schöner Nachtleuchteffekt.

Ich gehe stark davon aus das der Xerox-Monitor ursprünglich für ein anderes System gedacht war, sondern lediglich für den Mac adaptiert wurde. Schon die Typenbezeichung „PRODUCT CODE N39“ ist etwas seltsam. Die Grafikkarte ist jedenfalls nicht von Xerox und macht auch eher einen gebastelten Eindruck. An der Karte findet man außer dem Copyright-Schriftzug "(c)1987 Memory Plus" nichts weiter. Leider ist die Grafikkarte auch sehr limitiert, weshalb sich sie gerne austauschen würde. Es ist eine reine Schwarz/Weiss karte. Graustufen sind nicht möglich.

Der Monitor hat einen DB9-Anschluss, genau wie die Grafikkarte. Um den Monitor auch an anderen Macs nutzen zu können habe ich versucht einen Adapter zu bauen. Dabei musste ich leider feststellen das zwar die Frequenzen zu passen scheinen, nicht aber die Pegel. Hier wäre also definitiv ein Levelshifter von Nöten (Stichwort: Operationsverstärker). Die Grafikkarte scheint auch kein Verwandter der Radius-Grafikkarten zu sein. Jedenfalls tut sich an einer Radius mit DB9-Anschluss bei dem Monitor nichts. Da mein System aber jedoch einwandfrei funktioniert habe ich erstmal nicht weiter geforscht und verwende einfach die alte Grafikkarte weiter. Wer sich dennoch mal damit befassen möchte, dem habe ich hier das Pinout für den Monitor herausgearbeitet:

Im inneren des Rechners findet man die üblichen Dinge die in einen Macintosh II normalerweise gehören. Netzteil, Mainboard, Grafikkarte, Die Festplatte hat eine Größe von 43,2 MB. Dann gibt es noch ein Diskettenlaufwerk. Ob das Diskettenlaufwerk noch funktioniert weiss ich nicht. Zum Datenaustausch baue ich entweder gleich die Festplatte aus oder ich verwende einen FTP-Client auf dem Mac. Die dafür nötige Ethernetkarte habe ich mir erst später gekauft. Deshalb ist sie auf dem Bild nicht zu sehen.

Macintosh Computer waren in den 80er Jahren und den frühen 90er Jahren nicht besonders verbreitet. Apple-Computer waren auch schon damals eine sehr teure Angelegenheit. Wie auch immer. In dem folgenden Video wird noch einmal ins Detail gegangen:






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