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Die REHCPU 280 ist für mich persönlich ein ganz besonderer Computer, dessen Geschichte zumindest bei mir, etwas wirr gewesen ist. Aber da muss ich mal etwas weiter ausholen.

Bei der REHCPU 280 handelt es sich um einen Computer der von dem Ingenieur Tilman Reh anfang der 90er Jahre als Bausatz entwickelt wurde, zu einer Zeit wo es mit CP/M eigentlich schon ziemlich vorbei war. Dafür ist die REHCPU aber auch ein sehr modernes und vor allem schnelles CP/M-System. Geschwindigkeit ist aber nicht der einzige Punkt. Der Clou bei der RehCPU ist nämlich der Format-Manager. Damit können verschiedenste Diskettenformate anderer Computer bearbeitet werden und formatiert werden. Der Mechanismus ist völlig transparent. Man kann normal mit den Disketten fremder Computer arbeiten als seien es Disketten im nativen Format.

Der gesammte Computer passt auf eine einzige Europakarte. Als Erweiterungen waren noch Bausätze für eine Grafikkarte mit Tastaturcontroller (Hercules Grafik Terminal, HGT) und ein IDE-Festplatten-Controller erhältlich. Diese Erweiterungen werden aber für den Betrieb nicht zwingend gebraucht. Wenn man kein HGT verwenden möchte wird die CPU über ein serielles Terminal gesteuert und da der Floppy-Controller mit auf der CPU-Platine ist kann man auf den Festplattencontroller auch problemlos verzichten.

Als CPU wird nicht wie man zunächst vermuten würde ein Z80 verwendet, sondern ein Z280. Der Z280 ist nicht besonders bekannt, er ist auch sehr schnell wieder vom Markt verschwunden und heute nur noch bei IC-Brokern zu bekommen und damit fängt der Ärger auch schon an. Will man so wie ich, viele Jahre später so einen Rechner nachbauen dann hat man ein Teileproblem. Es ist nämlich nicht nur die CPU die längst vom Markt ist. Das RAM, der RS232-Pegelwandler, die Echtzeituhr und der Floppcontroller sind ebenfalls vom Markt.

Die Geschichte mit der CPU beginnt für mich auf dem Zfest, anfang der Nuller-Jahre. Ich war damals noch ziemlich Grün hinter den Ohren. Dort wurde mir von einem etwa gleichaltrigen Kollegen das erste mal eine REHCPU gezeigt. Noch bevor ich alle Features gesehen hatte war mir klar, ich musste so einen Computer haben und wenn ich dafür bis ans Ende der Welt reisen müsste.

Natürlich war auf dem Zfest auch der Entwickler, Tilman Reh, anwesend. Ich fragte ihn wie das ist mit der CPU, mit dem nachbauen und den Teilen. Ich erinnere mich nicht mehr an Details. Tilman meinte am Ende nur sowas wie: „Das ist 15 Jahr her“ Da war mir schon klar das es nicht einfach werden würde.

Ich bin auch in den Folgejahren auf dem Zfest gewesen und ich habe die Teile auch Stück für Stück zusammen gekratzt. Für die CPU, Ram und die Platine musste ich zwar nicht bis ans Ende der Welt, sondern nur bis nach Siegen reisen. Es war ein unglaublicher Stress die Teile zu bekommen. Den Floppycontroller habe ich von uraleten PC-Mainboards abgelötet und den RS232-Schnittstellenbaustein habe ich mir bei Tilman Reh höchst persönlich erbettelt. Als die CPU dann, es muss so 2005 gewesen sein, das erste mal bis zum CP/M Prompt bootete war das schon sehr befriedigend. Allerdings hatte ich danach auch erst mal keinen Bock mehr.

Jetzt, im Jahr 2013 habe ich mir die REHCPU nochmal zur Brust genommen. Ich habe mir ein ordentliches Floppykabel gebastelt und zwei 3,5 Zoll-HD-Laufwerke angeschlossen. Damit ich auch 5,25 Zoll Disketten bearbeiten kann habe ich am Front-panel einen zusätzlichen Floppyanschluss herausgeführt. Die Drive-Select und Motor-On Leitungen vom Laufwerk B: habe ich so auf einen Umschalter gelegt das ich sie zwischen dem internen Laufwerk B: und einem extern angeschlossenen Laufwerk B: umschalten kann. Theoretisch müssten an der Rehcpu auch 8-Zoll Laufwerke gehen, getestet habe ich das noch nicht ausprobiert.

Leider habe ich es nicht hinbekommen die Echtzeituhr richtig zum laufen zu bringen. Die CPU bootet zwar einwandfrei, vergisst jedoch ihre Setup-Einstellungen. Ich muss bei jedem Start alle Einstellungen neu eingeben. Wahrscheinlich liegt das daran das ich einen DS12887 und keinen DS1287 verwendet habe. Auch fehlen mir noch die Module HGT und ECB-IDE. Als Mensch mit Sammelabitionen bin ich natürlich geneigt mein System irgendwann zu vervollständigen. Wer also eine REHCPU hat und der Meinung ist sie nicht mehr zu brauchen - ich würde mich sehr freuen...


Das Zfest gibt es leider nicht mehr und damit auch keine Möglichkeit mehr die Freunde von damals zu treffen. Ich persönlich finde das sehr schade denn das Zfest war für mich mehr als nur ein Computer-Treffen. Es war das erste mal das ich mich auf gemacht habe um gleichgesinnte, technikbegeisterte Leute zu treffen und so sehe ich das Zfest im Nachhinein für mich, auch in sozialer Hinsicht, als einen großen Schritt in die richtige Richung.


Links zum Thema:
Handbuch zur REHCPU280:
http://www.znode51.de/z280_reh.pdf
Das Konzept der REH CPU280:
http://www.znode51.de/vcfe5_cpu280.pps
Zfest-Webseite:
http://www.zfest.de






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