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Die Vax4000-400 ist eine ist eine vergleichsweise moderne Vax. Mit 16 VUPS geht schon was. Der grundlegende Aufbau hat sich gegenüber der 3400 nicht geändert. Der DriveBay ist komfortabler geworden. Jede Festplatte hat ihren eigenen Bulkhead und es gibt eine richtige Backplane in die die Festplatten gesteckt werden. Man hat also keinen Kabelsalst so wie bei der 3400. Die Q-Bus Backplane ist nun unterteilt. CPU und Ram haben seperate Slots und der Ram ist nicht mehr direkt auf dem Q-Bus. Auch ist nur noch ein Netzteil eingebaut anstatt zwei. Es gibt Türen, anstatt einer abnehmbaren Frontplatte. Die Türen lassen sich zudem leicht aus und wieder einhängen. Der Ganze aufbau macht einen wesentlich durchdachteren Eindruck als die 2400. Es ist ein sehr, sehr komfortabler Computer der den Nutzer mit genialen Hardwareorganisationskonzepten verwöhnt und nicht weniger solide ist. Die Vax wiegt über 50 Kg und lässt sich nur mit ausgebauten Komponenten transportieren. Das Aus und wieder Einbauen ist aber in 5 Min. erledigt. Diese Vax hat einen KZQSA eingebaut, der diesmal auch unterstützt und bootfähig ist und verfügt selbstverständlich über ein TK70 Laufwerk.


Die CPU:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Die CPU (KA675) dieser Vax hat 16 VUPs, das ist für eine Vax schon sehr schnell. Zum Vergleich: Die 3400er hat nur 2,5 Vups und die VaxStation 4000 VLC 5 Vups. Auffällig bei dieser CPU sind die drei fetten chips im Keramikgehäuse (die Rechenkacheln ;-), von denen einer mit einem passiven Kühlkörper versehen ist. Auf dem Board findet man wieder alles nötige: Ein serielles Interface für die Konsole, gleich zwei DSSI-Busse, und eine Ethnernetschnittstelle. Die CPU wird hier nicht direkt in den Q-Bus gesteckt sondern hat eigens hierfür vorgesehene Steckplätze. Der Ram steckt übrigens gleich neben der CPU. Die CPU wird von einem großen Bulkhead abgedeckt, welcher so in das Gehäuse einhehakt wird das er wie ein Türchen funktioniert. Die CPU-Platine lässt sich sehr gut handhaben und ist dank des neuen Stecksystems auch viel leichter ein und auszubauen als eine Q-Bus-CPU Platine.


Der Ram:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Diese Vax verfügt über 64MB Ram, das ist für eine Vax schon sehr viel. Man beachte das VMS sehr resourcensparend ist, da bleibt noch eine ganze Menge Ram für den persönlichen Spaß übrig. Der Ram besteht aus KM41C4000AJ-8 Cmos Rams, das sind 4MB tiefe, 1 Bit breite Ram-Bausteine die zusammengenommen die 64MB ergeben - an sich nichts ungewöhnliches. Der Ram wird beim Systemstart überprüft, das Ergebnis kann man sich mit "SHOW MEMORY" anzeigen lassen. In die 4000-400 können instgesammt 4 RAM-Module eingebaut werden. Es ist allerdings Wahnsinn eine Vax mit mehr als 100MB Ram zu betreiben, es sei denn es gibt gute Gründe dafür wie z.B.: Ein SQL-Server oder andere kundenspezifische speicherfressenden Applikationen.


Der Terminalcontroller:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Diese Vax hat noch ein besonderes Extra: Einen 16-Fach Terminalcontroller mit 16 seriellen Schnittstellen. Damit konnten neben der Operator-Console 16 weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Das sind 16 Arbeitsplätze an nur einem einzigen Computer. Man sieht solche Anlagen heute noch manchmal in Kaufhäusern. Als Kind habe ich in unserem Baumarkt eine solche Anlage mal gesehen. Auf den tischen standen überall Bildschirme mit Flachgehäusen drunter herum und ich habe mich damals gefragt wie sie einen ganzen Computer in ein so flaches Gehäuse bekommen. Tja, so funktionierte damals die Business-IT, ein großer Computer und viele serielle Terminals.


Die Festplatte:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern In dieser Vax kommen RK72 Festplatten von Digital zum Einsatz. Es waren zwei Platten eingebaut. Eine habe ich jedoch ausgebaut um im Notfall eine Ersatzplatte parat zu haben. Denn DSSI-Festplatten sind heute nicht nur selten sondern auch noch schweineteuer. Eine Ersatzplatte kann schon mal mit 1000 Euro zu buche schlagen. Aber selbst wenn die letzte Festplatte in einer Vax den Geist aufgegeben hat, gibt es immernoch die Möglichkeit über MOP (Maintenance Operations Protocol) per Ethernet zu booten. Diese DSSI-Festplatte quietscht übrigens beim Anfahren das es eine wahre Freude ist. Aber da DSSI Festplatten eine Lebensdauer haben die heutige Festplatten um ein vielfaches übersteigt mache ich mir deswegen keine Sorgen. DSSI-Festplatten sind dafür gebaut über viele Jahre störungsfrei zu laufen, sicher einer der vielen Gründe warum Systeme von Digital über all dort eingesetzt wurden wo man sich keine Ausfälle leisten konnte. In Firmen, Krankenhäusern, Kernkraftwerken, Militäranlagen...


Das DLT-Laufwerk:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern In allen VAXen dieser Klasse wurde serienmäßig ein DLT-Laufwerk verbaut. In diesem Fall ein TK70. Ein TK-70 schreibt mit einer Dichte von 10.000 bpi. 269 MB pro Band. Das Konzept von DLT ist ausgeklügelt: Das Magnetband befindet sich in der Kassette auf einer einzigen Spule aufgewickelt. Die Spule die zum abwickeln genutzt wird ist im Laufwerk fest eingebaut. Wird die Kassette in das Laufwerk geschoben fängt ein Plastikarm das End des Bandes und zieht es auf die interne Spule. Jetzt kann das Band auf den Spuele hin und hergespult werden und dabei gelesen werden. Wenn das Band wieder aus dem Laufwerk genommen werden soll muss es zunächst wieder vollständig in die Kassette zurückgespult werden.


Das Netzteil:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Das Netzteil dieser Vax ist wohl das schwerste, herausnehmbare Bauteil. Die Maximale Stromaufnahme ist mit 5,8 Ampere angegeben. Damit kann man schnell mal die Sicherung heraushauhen, besonders dann wenn man den Schalter aus vershen nicht richtig gedrückt hat und ihn dann gleich noch einmal drückt. Dann steigt der Anlaufstrom in Richtung Kurzschlusstrom an. Mehrere Vaxen sollten idealerweise auf unterschiedlichen Steckdosen betrieben werden und in keinem Fall gleichzeitig angelassen werden. Interessant ist auch das der Netzteilstecker bei VAXen als Warmgerätestecker (Diese Stecker haben zusätzlich noch eine Kerbe über dem Erdungspin) ausgeführt ist. Daran sieht man das man es hier nicht mehr mit Bürospielzeug zu tun hat. Das Netzteil zusätzlich noch eine Idiotensicherung (Bei Dec hat alles eine Idiotensicherung außer der Stecker vom TK70 ;-). Es ist nicht möglich das Netzteil auszubauen so lange der Warmgerätestecker angeschlossen ist, denn um an die untere Netzteilschraube zu kommen muss ein Blech nach oben geschoben werden und genau dieses Blech wird durch den Warmgerätestecker blockiert.


Die Lieferung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Ich habe die Vax in einer Online Auktion ersteigert. Das Problem an der Sache war die Vax stand an anderen Ende von Deutschland. Es fand sich auf die Schnelle auch keine Spedition die den Transport für einen vernünftigen Preis übernommen hätte. An sich ist eine Vax ja nicht so groß, sie ist halt nur schwer. Aber wie man auf dem Bild sieht ist es durchaus möglich eine VAX in so zu zerlegen das sie in zwei Pakete passt die man problemlos mit einem der in Deutschland verfügbaren Versanddienste verschicken. Als die Vax dann so zerlegt im Karton im Flur lag sagte der Gesichtsausdruck meines Vaters: "Du bist wahnsinnig!" An dieser Stelle Danke ich noch einmal M.K. das er sich die Arbeit mit dem zerlegen und Verpacken gemacht hat.






(c)2000-2013 Philipp Maier, Hohen Neuendorf